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Ernie-Mads Löwe vom Kieferngrund wurde am 21. April 2007 bei uns geboren. Seine Mutter war unsere Loona-Lena vom Haus Voigt, sein Vater Bernstorff Löwe vom Kieferngrund - genannt Berni. Im Alter von 9 Wochen wurde Ernie von seiner neuen Familie aus Dänemark abgeholt. Seine ehemaligen Besitzer meldeten sich lange nicht. Als wir dort anriefen, hieß es, dass alles in Ordnung sei und sie nur keine Zeit gehabt hätten. Dann kamen wieder nicht die versprochenen Bilder. Wir schrieben Emails - keine Antwort, wir riefen den Deckrüdenbesitzer, der auch in Dänemark wohnt, an, der uns versprach, sich zu kümmern. Wir machten uns langsam grosse Sorgen, denn wir hatten schon zwei mal bei Welpen aus unserer Zucht die Erfahrung gemacht, dass, wenn sich die Besitzer nicht melden, meist etwas nicht stimmt. Dann kam endlich eine E-mail und die Besitzer teilten uns mit, dass der kleine Ernie eingeschläfert werden soll. Er habe eine unheilbare Knochenkrankheit. Ein Schock für uns. Denn alle anderen Welpen aus diesem Wurf waren und sind gesund und putzmunter. Wir wurden dann aufgefordert, den Welpen abzuholen, den Kaufpreis zurück zu zahlen und Ernie noch einmal einem deutschen Arzt vorzustellen. Wenn doch alles i. O. wäre, würde man den Welpen auch wieder zurücknehmen. Letzteres quittierten wir nur mit einem höflichen Lächeln. In der Woche darauf waren wir mit Ernie zur orthopädischen Sprechstunde in der Uniklinik Leipzig. Ernie hatte keine vererbbare Knochenerkrankung und musste auch nicht eingeschläfert werden. Seine Wachstumsfugen an den Knochen waren aufgrund eines Unfalls, wie etwa Springen aus großer Höhe, geschädigt worden. Deshalb wuchsen seine Knochen unterschiedlich, wodurch sich Vorder- und Hinterhand zunächst völlig verdrehten. Da bei den Hinterläufen zudem durch die akute Fehlstellung der Füße die Gefahr einer Knieluxation bestand, wurde Ernie im Oktober 2007 an beiden Hinterläufen operiert, d. h. beide Beine wurden komplett durchtrennt und um 15 grd. gedreht und wieder fixiert. An beiden Vorderläufen wurde jeweils die Speiche durchtrennt, damit die Elle, die schon spiralförmig gewachsen war, sich so strecken konnte. Ernie musste zwar 6 Wochen Castverbände tragen, aber er war sehr tapfer und nicht klein zu kriegen. Es sah fast lustig aus, wie er mit seinen beiden steifen, weil ja bis ganz oben in den Castverbänden steckenden, Hinterbeinen durch Wohnung und Garten stakste. Da er das Metall nicht vertrug und wir so ständig entzündliche Prozesse bekämpfen mussten, wurden die Schrauben frühzeitig aus den Knochen entfernt. Er musste dann noch einmal für 4 Wochen Castverbände tragen, die ihm am 07.02.2008 abgenommen wurden. Zunächst lernte er ganz gut laufen, wir machten kurze Spaziergänge mit ihm und hatten die Hoffnung, ihn nun bald vermitteln zu können. Ernie zeigte sich mehr als dankbar, es machte Spaß mit ihm jeden tag was Neues zu entdecken. Doch nach einiger Zeit stellten sich immer mehr Probleme ein. Die Vorderbeine knickten immer mehr weg und er hatte Schmerzen beim Laufen, das linke Hinterbein drehte sich säbelförmig nach innen und er setzte es kaum noch auf, sein Rücken verkrümmte sich immer mehr durch die Fehlstellung der Beine, da er zur Entlastung ständig einen Buckel machte. Ernie war ein aufgeweckter und neugieriger Leo, der mit jedem konnte und alles sehen und wissen wollte. Wenn wir irgendwo im Wartezimmer saßen - und wir saßen in vielen Wartezimmern - dann hatte er innerhalb weniger Minuten alle Menschen für sich gewonnen. Er war vom Wesen ein absoluter Traumhund. Doch all unser Einsatz, all seine Tapferkeit halfen nicht. Nach einer weiteren Konsultation in Leipzig in der Orthopädie, wo man uns sagte, man könne vielleicht dort noch mal operieren, dort noch ein Bein drehen, aber mit geringen Erfolgsaussichten für ein gesundes Hundeleben, entschlossen wir uns, diesen lieben Kerl, der alles so mit Geduld ertragen hatte und uns inzwischen ans Herz gewachsen war, von weiteren Qualen zu erlösen.
Wir sind alle sehr traurig über diesen Verlust und werden den kleinen Ernie nie vergessen. Ernies Mutter Loona hat nun schon den zweiten ihrer Welpen verloren. Alina, die von einem schießwütigen Jäger mitten auf einem Waldweg vor den Augen ihrer Besitzerin niedergeschossen wurde und nun Ernie, den seine eigentlichen Besitzer so schmählich im Stich gelassen hatten.
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